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Unbequeme PSA wird nicht getragen – Punkt.

Ich bin ein netter Mensch. Wirklich.

Ich bin höflich, habe gute Manieren und lächle meistens.

Aber :

Wenn man mich bittet, eine Maske fürs Fit Testing vorzubereiten – und mir dafür ausschliesslich Nitrilhandschuhe in Grösse XL gibt, dann werde ich zum Monster.

Warum?

Weil ich frustriert bin.

Die Handschuhe passen nicht.

Ich kann nicht richtig arbeiten.

Sie sind unbequem, meine Finger haben keinen Halt, alles dauert länger.

Meine Produktivität leidet – wegen etwas, das ich nicht beeinflussen kann.

Und ja, ganz ehrlich:

Der Impuls ist da, die Handschuhe kurz auszuziehen, die Arbeit schnell fertig zu machen und sie danach wieder anzuziehen.

Aber das ist das „Problem“, wenn man im Arbeitsschutz arbeitet und sich seiner Verantwortung bewusst ist:

Man kann es nicht einfach ignorieren.

Und genau hier sind wir beim Kern des Themas.


Unbequeme PSA wird nicht getragen – Punkt.

Das ist keine provokante These.

Das ist eine Beobachtung aus der Praxis.

In Schulungen, Begehungen und Gesprächen höre ich immer wieder dieselben Sätze:

  • „Nur kurz ohne Handschuhe.“
  • „Mit der Brille sehe ich nichts.“
  • „Darin halte ich es keine zehn Minuten aus.“

Und genau hier liegt das Problem:

PSA, die unbequem ist, wird nicht getragen. Punkt.

Nicht aus Trotz.

Nicht aus Ignoranz.

Sondern, weil sie im Arbeitsalltag schlicht nicht funktioniert.


Die vier Hauptgründe, warum PSA im Alltag scheitert

1. Druckstellen – kleine Schmerzen, grosse Wirkung

Was drückt, scheuert oder einschneidet, wird „kurz“ abgesetzt.

Und aus kurz wird schnell immer .

Helme mit Druckpunkten, Gehörschutz, der schmerzt, Sicherheitsschuhe, die reiben – all das führt dazu, dass PSA entweder falsch getragen oder ganz weggelassen wird. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Selbstschutz.

(Ich geb’s zu.Ich bin schon barfuss vom Club nach Hause gelaufen , weil meine Stilettos nach rund sechs Stunden auf der Tanzfläche einfach nicht mehr gingen. Sechs Stunden Abba , Queen , tanzen, mitsingen, alles geben – und dann: Schmerz. Druckstellen. Brennende Füsse.)


2. Hitze – der Akzeptanz-Killer

Zu warm, zu stickig, zu wenig Luftzirkulation.

Gerade bei körperlicher Arbeit ist Hitze einer der häufigsten Gründe, warum PSA nicht konsequent getragen wird.

Wer schwitzt, ermüdet schneller.

Wer ermüdet, macht Fehler.

Und wer sich unwohl fühlt, sucht Wege, die PSA zu umgehen.


3. Beweglichkeit – wenn Schutz bremst

PSA darf schützen – aber sie darf nicht blockieren.

Wenn Handschuhe das Greifen unmöglich machen, Schutzkleidung einschränkt oder Atemschutz jede Bewegung anstrengend wirken lässt, entsteht Frust.

Und Frust führt fast immer zu Kompromissen – leider oft auf Kosten der Sicherheit.


4. Akzeptanz – die Summe aus allem

Akzeptanz ist kein „weiches Thema“.

Sie ist messbar – und entscheidend.

Passt die PSA zur Tätigkeit?

Zum Körper?

Zur realen Arbeitsumgebung?

Wenn die Antwort nein ist, landet die PSA im Spind, in der Tasche oder wird „vergessen“.

Und dann schützt sie niemanden.


Komfort ist kein Luxus – sondern Voraussetzung

PSA, die im Katalog überzeugt, aber am Körper nicht funktioniert, ist keine Lösung.

Sie erfüllt vielleicht formell eine Norm, aber nicht ihren Zweck.

Sicherheit entsteht nicht durch Vorschriften allein, sondern durch tragbare Lösungen .

Das bedeutet:

  • richtige Auswahl
  • mehrere Modelle zur Auswahl
  • Anproben
  • Einbezug der Mitarbeitenden (PFLICHT!)
  • ehrliches Feedback aus dem Alltag

Denn nur PSA, die gerne und korrekt getragen wird , schützt wirklich.


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