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PSA und Hitze

Wenn der Sommer zur Belastungsprobe wird

Vor ein paar Wochen war mir kalt. Heute überlege ich, ob mein Laptop einen Ventilator braucht.

Der Schweizer Sommer kommt. Und mit ihm eine der am meisten unterschätzten Kombinationen im Arbeitsschutz: Hitze + PSA .

Das Dilemma

Schutzausrüstung ist oft warm, schwer, luftundurchlässig.

Im Winter ist das kein Problem – manchmal sogar willkommen.

Im Sommer fühlt sich ein Schutzanzug bei 32 Grad wie eine freiwillige Sauna an. Das Ergebnis:

  • Mitarbeitende ziehen PSA aus – weil es zu warm ist
  • Trinken zu wenig – weil keine Pause zum Trinken eingebaut ist
  • Arbeiten langsamer, konzentrieren sich schlechter – was das Unfallrisiko direkt erhöht

Hitze ist kein Komfortproblem. Hitze ist ein Sicherheitsproblem.

Was Hitzestress tatsächlich macht

Kernkörpertemperatur hoch, Reaktionszeit runter.

Ab 38°C Körpertemperatur: Konzentration nimmt deutlich ab

Ab 39°C : Koordination und Urteilsvermögen beeinträchtigt

Ab 40°C : Hitzschlag. Medizinischer Notfall.

Und das passiert nicht nur auf Baustellen. Es passiert in Lagerhallen, in Gewächshäusern, in Küchen – überall dort, wo Hitze entsteht und PSA trotzdem getragen werden muss.

Was wirklich hilft

1. Hitzebelastung in die Gefährdungsbeurteilung aufnehmen

Hitze ist eine physikalische Gefährdung – und gehört dokumentiert. Die SUVA stellt dafür Hilfsmittel zur Verfügung.

2. PSA hitzeangepasst auswählen

Es gibt atmungsaktive Schutzbekleidung. Leichte Schutzhelme mit Belüftung. Kühlende Schichten unter dem Schutzanzug.

Das ist kein Luxus – das ist Stand der Technik .

3. Trinkpausen aktiv einplanen

Nicht "wenn jemand dran denkt". Sondern als fester Teil des Arbeitsablaufs.

Faustregel: Alle 20–30 Minuten bei Hitzearbeit trinken – auch wenn man keinen Durst spürt.

4. Pausen im Schatten (oder noch besser: drinnen)

Hitze und direkte Sonneneinstrahlung können sich ergänzen. Schattenpausen reduzieren die Belastung erheblich.

5. Akklimatisierung berücksichtigen

Der erste heisse Tag ist gefährlicher als der zehnte.

Körper brauchen Zeit, um sich anzupassen – neue Mitarbeitende und Rückkehrende nach dem Urlaub besonders.

Und wenn die PSA trotzdem zu warm ist?

Dann ist es Zeit, die PSA zu überdenken – nicht die Sicherheitsregel.

Markt und Innovation haben nicht stillgestanden. Wer noch dieselbe Schutzbekleidung aus dem Jahr 2012 trägt, weil "die halt noch gut ist", verpasst möglicherweise leichtere, kühlere, besser sitzende Alternativen.

Komfort und Schutz schliessen sich nicht aus. Sie ergänzen sich.

Und eine PSA, die getragen wird, ist immer besser als eine PSA, die wegen Hitze ausgezogen wurde.


Pssst... Danke fürs Lesen. Kostenlos und neutral – auch im Sommer.

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