Erinnerst du dich an den Shania-Twain-Song “That Don’t Impress Me Much” ?
Da gibt es diese Zeile:
“You’re one of those guys who likes to shine his machine…
I can’t believe you kiss your car good night.”
Und ganz ehrlich? Ich kenne das.
Wenn es um Autos oder Motorräder geht, wird poliert, gewartet, kontrolliert.
Keine Kratzer. Keine Dellen. Regelmässiger Service. Alles in Top-Zustand.
Wenn es um unseren Körper geht – sieht es oft anders aus.
Wenn unsere Ohren sprechen könnten
Stell dir vor, deine Ohren könnten mit dir reden.
Vielleicht würden sie sagen:
„Ich arbeite seit 25 Jahren für dich.
Ohne Pause.
Ohne Reparatur.
Ohne Ersatzteile.
Und du gibst mir einen Schaumstoffstöpsel, der halb herausragt?
Ich kündige.“
Wir behandeln unsere Maschinen, unsere Autos, unsere Smartphones – manchmal sogar unsere Schuhe – besser als unser Gehör.
Maschinen werden
- Gewartet
- Kalibriert.
- Überprüft.
Unsere Ohren?
„Wird schon passen.“
Lärm verhandelt nicht
Lärm kommt nicht dramatisch.
Er kommt schleichend.
Kein Blut. Kein Alarm.
Nur irgendwann ein leises:
„Wie bitte?“
Und später vielleicht:
Tinnitus.
Taubheit.
Dauerhaft.
„Wir haben doch Gehörschutz.“
Ja. Das stimmt meistens.
Aber das allein reicht nicht.
Ich sehe oft den grossen Spender mit Einwegstöpseln – mitten im bereits lauten Produktionsbereich.
Kleine Tipp: Gehörschutz gehört angezogen, bevor man in den Lärm geht.
Niemand würde den Sicherheitsgurt erst während der Achterbahnfahrt schliessen.
Ich sehe auch verstaubte Behälter. (Hallo Ohrentzündung)
Offene Verpackungen.
Halb eingesetzte Stöpsel.
Ein Gehörschutz ist kein Talisman.
Er wirkt nicht durch Anwesenheit – sondern durch richtige Anwendung.
Deshalb muss man sich fragen:
- Wird er korrekt eingesetzt?
- Passt er zur tatsächlichen Lärmbelastung?
- Wird er konsequent getragen?
- Wurde überprüft, ob er dicht sitzt?
85 dB sind nicht „laut“. Sie sind riskant.
85 dB über 8 Stunden können bereits schädigend sein.
Und jedes Plus von 3 dB halbiert die zulässige Expositionszeit.
Ich wiederhole - falls Du es nicht gehört hast:
UND JEDES PLUS VON 3 DB HALBIERT DIE ZULÄSSIGE EXPOSITIONSZEIT
Das bedeutet:
100 dB → 15 Minuten
103 dB → 7,5 Minuten
106 dB → weniger als 4 Minuten
Das ist kürzer als eine Kaffeepause, Raucherpause oder Instagram Check.
- Fasnacht.
- Festival.
- Konzert.
- Werkhalle.
- Druckluft.
Dein Ohr unterscheidet nicht zwischen Arbeit und Freizeit.
Es will einfach geschützt werden. Bitte.
Vielleicht sollten wir heute etwas anderes fragen
Nicht:
„Haben wir Gehörschutz?“
Sondern:
Schützen wir unser Gehör wirklich so sorgfältig, wie wir unser Auto polieren?
Der Welttag des Hörens ist kein Marketingtag.
Er ist eine Erinnerung.
Du hast genau ein Paar Ohren. Es gibt keine Ersatzlieferungen. Man kann kein Updates herunterladen. Wenn sie kaputt sind, kann man nicht einfach ein und ausschalten.
Wenn du das nächste Mal dein Motorrad polierst oder dein Auto küsst –
denk an die zwei kleinen Hochleistungsorgane, die seit Jahrzehnten nonstop für dich arbeiten.
Und die nichts anderes wollen als: Schutz (und liebe...)
Merci fürs Lesen 🤍
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