und warum niemand darüber spricht
Ein Arbeitsunfall. Ein gebrochener Finger.
"Nicht so schlimm", hört man manchmal. "Passiert halt."
Ich möchte kurz aufzeigen, was "nicht so schlimm" tatsächlich bedeutet.
Die sichtbaren Kosten
Diese kennt fast jeder:
- Arztkosten
- Taggeld während der Arbeitsunfähigkeit
- Eventuell Invalidenrente
- SUVA-Prämienaufschlag nach dem Unfall
In der Schweiz übernimmt die SUVA diese Kosten – aber sie landen trotzdem irgendwo. Nämlich in den Prämien aller Betriebe.
Die unsichtbaren Kosten – das Eisberg-Modell
Für jeden Franken direkter Unfallkosten entstehen schätzungsweise 3 bis 10 Franken an indirekten Kosten.
Diese tauchen in keiner Unfallanzeige auf:
Im Betrieb:
- Ausfall der verletzten Person – wer übernimmt die Arbeit?
- Mehraufwand für Kolleginnen und Kollegen
- Reorganisation des Teams
- Verzug bei laufenden Projekten oder Aufträgen
- Kosten für Ersatzpersonal oder Überstunden
Administrativ:
- Untersuchung des Unfalls
- Dokumentation, Meldepflichten, Kommunikation mit Behörden
- Anpassung von Prozessen nach dem Ereignis
Menschlich – und das ist der Teil, der am wenigsten erwähnt wird:
- Die verletzte Person selbst. Schmerzen, Einschränkungen, Angst vor dem nächsten Mal.
- Das Team, das zusieht, wie eine Kollegin oder ein Kollege verletzt wird.
- Der Vorgesetzte, der damit umgehen muss – emotional und rechtlich.
Was das mit PSA zu tun hat
Ein Auffanggurt kostet zwischen 100 und 300 Franken.
Ein Sturz aus 3 Metern Höhe kostet – wenn man Glück hat – einige Wochen Arbeitsausfall, Reha, Mehrbelastung des Teams, Produktionsverzögerung.
Wenn man kein Glück hat, kostet er das Leben.
Die Zahlen stimmen. Die Logik stimmt. Und trotzdem wird PSA oft als Kostenfaktor gesehen – statt als das, was sie ist: Prävention mit direktem ROI .
Ein Gedanke für Betriebe und Führungskräfte
Wenn das Budget für PSA gekürzt wird, spart man sichtbar.
Wenn ein Unfall passiert, zahlt man unsichtbar – aber vielfach.
Investition in Sicherheit ist keine Ausgabe.
Es ist die günstigste Versicherung, die ein Betrieb kaufen kann.
Pssst... Danke fürs Lesen. Kostenlos und neutral – wie immer.
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